Wenn das Schrauben einfach Spaß macht: Ausbildung zur Mechatronikerin

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe kennt man als Fahrgast vor allem aufgrund der Busse und Bahnen, mit denen man im Alltag so unterwegs ist. Etwas im Verborgenen bleibt da das vielschichtige System aus den anderen Bereichen, die jeden Tag dafür sorgen, dass es sowohl auf der Straße, als auch auf der Schiene rollt.

Den wertvollsten Beitrag dazu leisten natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die, nicht nur am Steuer der Fahrzeuge, sondern beispielsweise auch in der Verwaltung, dem Kundenzentrum und den Werkstätten, für einen guten Nahverkehr in Magdeburg sorgen. Heute möchte ich euch den Ausbildungsberuf zum Mechatroniker bzw. zur Mechatronikerin näher vorstellen. Warum ich gerade Wert auf korrekte Gendersprache gelegt habe? Weil sich immer mehr junge Frauen für die technischen Berufe bei der MVB interessieren. Eine von Ihnen soll heute Pate stehen für diesen Beitrag: Jazzy Bierstedt. Gemeinsam mit einer weiteren Kollegin absolviert sie derzeit die Ausbildung zur Mechatronikerin. In ihrem Jahrgang sind es insgesamt vier junge Leute, die diesen Beruf bei der MVB erlernen.

Von der Schulbank in die Werkstatt

Schon in der Schule merkte sie, dass sie sich für Technik, insbesondere für Metallarbeiten, interessiere, erzählt mir Jazzy, als ich sie im Busbetriebshof in Sudenburg treffe. „Mir macht das Schrauben einfach Spaß“, sagt die junge Frau mit einem leuchten in den Augen. Auf die MVB als Ausbildungsbetrieb sei sie dann über eine Jobmesse in der Stadt aufmerksam geworden. „Großer Betrieb, sympathische Lehrausbilder und eine gute Ausbildungsvergütung, da stand meine Entscheidung schnell fest, mich hier im Unternehmen für eine Ausbildung zu bewerben“, lacht sie.

Bereits seit 2019 erlernt Jazzy Bierstedt den Beruf zur Mechatronikerin. Bisher lernte sie die Straßenbahnwerkstatt im Betriebshof in Rothensee und die Buswerkstatt in Sudenburg kennen. Sie merkte schnell, dass ihr Herz für Busse schlägt: „Auf dem Busbetriebshof gefällt es mir richtig gut. Vor allem die mechanischen Reparaturen an den Niederflurbussen machen Spaß. Und als Mechatronikerin kann ich auch an den elektronischen Systemen der Fahrzeuge arbeiten“, berichtet sie stolz.

Männerdomäne war gestern

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Alexandra Bornschein, die ebenfalls die Ausbildung durchläuft, arbeitet sie einem Beruf, der gemeinhin als Männerdomäne gilt. Die beiden sind bisher die einzigen Frauen in der Buswerkstatt. „Ist das nicht merkwürdig?“, frage ich sie.

„Am Anfang war es für die Kollegen schon ungewohnt, dass plötzlich zwei Azubinen vor ihnen standen. Mittlerweile gehören wir aber fest zum Team und ich glaube, es macht auch einfach keinen Unterschied mehr. Wir müssen genauso alles machen, wie unsere männlichen Kollegen auch. Sollte aber mal ein Teil zu schwer für mich sein, kann ich natürlich um Hilfe beim Tragen bitten“, erzählt Jazzy Bierstedt.

Frau oder Mann – das ist also gar kein Thema hier in der Werkstatt. Jeder kann sich wohlfühlen und wird anhand seiner Arbeitsleistung gemessen, wird mir in unserem Gespräch klar. „Alle Kollegen geben sich viel Mühe bei der Ausbildung. Als Auszubildende kann ich immer Fragen stellen und bekomme auch hilfreiche Antworten“, sagt sie. Vor allem gefiele ihr, dass die Tätigkeiten so abwechslungsreich seien und jeder Tag neue Überraschungen bereit hielte. Mal muss sie einen Unfallschaden reparieren und die Karosserie ausbessern, mal einen Reifen oder die Glühkerzen wechseln. Die Aufgaben als Mechatronikerin sind vielseitig. Systemdiagnose und Fehlerbehebung, Ventile und Leitungen prüfen oder Arbeiten an der Abgasanlage eines Busses durchführen – all das gehört dazu. Das Hände schmutzig machen natürlich auch.

Nach dem Ausbildungsende werden wohl alle vier Auszubildende ihres Jahrgangs  bleiben, denn bei guten Noten gibt es eine Übernahmegarantie. So bekommen junge Menschen schon frühzeitig eine sichere Zukunftsperspektive im Unternehmen. Jazzy Bierstedt will nach ihrer Ausbildung auf jeden Fall weiter auf dem Busbetriebshof Busse instand halten, erzählt sie mir am Ende unseres Gesprächs.

Aktuell lernen rund 60 Auszubildende, darunter beispielsweise Fachkräfte im Fahrbetrieb, Gleisbauer:innen, Mechatroniker:innen und Kaufleute im Verkehrswesen, bei der MVB.

Alle Informationen rund um die Ausbildung bei der MVB sind im Internet unter www.mvbent.de/ausbildung und natürlich bei den Expertinnen und Experten am Telefon unter 0391 548 1344 und -5554 erhältlich.

Bis zum nächsten Mal

Euer Johannes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.