30 Jahre Lerchenwuhne: Als die »1« zurückkehrte

Heute werfen wir einen Blick zurück, denn ein runder Geburtstag steht an: Die Straßenbahnstrecke zur Lerchenwuhne wird stolze 30 Jahre alt. Am 23. November 1991, ein Samstag, war feierliche Streckeneröffnung. Damit kehrte auch die Linie 1 ins Nummernschema der MVB zurück, denn seit dem Sommer 1985 gab es keine »1« mehr. Damals wurde diese Verstärkerlinie für die »10« zugunsten der »13« eingestellt, die im Berufsverkehr der damaligen DDR das neue Wohngebiet Olvenstedt mit den Industriebetrieben in Rothensee verband und weiter zum Barleber See fuhr.

 

Als der 1,6 km lange Streckenneubau von der Haltestelle Klosterwuhne zur Lerchenwuhne eröffnet wurde, gab es trotz des nieseligen Schmuddelwetters natürlich einen Eröffnungskorso, bei dem auch die historischen Straßenbahnwagen nicht fehlen durften. Angeführt wurde der Korso von einem modernisierten Tatrawagen vom Typ T4D, der eine Lore zieht. Auf dieser nahm eine Blaskapelle Platz, um für die richtige Stimmung bei der Eröffnung zu sorgen.

Eröffnungskorso zur Lerchenwuhne
Der Eröffnungskorso biegt an der Haltestelle Klosterwuhne auf die Neubaustrecke ein. Foto: Heiko Kiep/IGNah

Interessant ist auch, dass ein weiterer modernisierter Tatrawagen zum Einsatz kam und mit dem Ziel »Milchhof« beschildert war. Dieser Tatrawagen wurde als erster seiner Bauart grundlegend für weitere Einsatzjahre ertüchtigt und trug das neue Farbschema der MVB. Statt elfenbein dominiert nun ein starkes grau-grün mit rotem Zierstreifen und gelbem MVB-Logo das Erscheinungsbild. Als Prototyp sollte er auch für den Einsatz auf der neuen Strecke vorbereitet sein. Man hatte als Endstellenbezeichnung wohl den Namen des in unmittelbarer Nachbarschaft ansässigen Unternehmens erwartet. Es ergab sich dann jedoch anders – die Endstelle sollte Lerchenwuhne heißen. Milchhof und Lerchenwuhne sind heute Geschichte: Ersterer wurde abgerissen und durch das IKEA-Möbelhaus ersetzt und zweiteres trägt nun auch dessen Namen. Wenn man heute die Fotos vom Eröffnungstag betrachtet, entsteht der Eindruck, dass noch nicht alles so richtig fertig war. Auch damals schon wurde unter Zeitdruck an den Baustellen gearbeitet.

Am 23. November 1991 war es schließlich soweit: Die Linie 1 verkehrte von der Lerchenwuhne über Universitätsplatz, Breiter Weg, Damaschkeplatz zum Westring. Nach der Fertigstellung der Südringbrücke über die Eisenbahnstrecke Magdeburg – Braunschweig fuhr die »1« schon ein halbes Jahr später ab 15. Juli 1992 weiter über den Westring und den Südring zu ihrer »alten« Endstelle in Sudenburg.

Jetzt, 30 Jahre später, wird am Montag, den 29. November die Linie 1 auf neuer Strecke in das Wohngebiet Kannenstieg zurückkehren: Denn dann geht die neue Strecke entlang der Johannes-R.-Becher-Straße in Betrieb. Und auch die Linie 13 erlebt eine Neuauflage, denn ebenfalls ab Montag verbindet sie Buckau über die Neubaustrecke Warschauer, Raiffeisen- und Wiener Straße sowie Südring mit Sudenburg.

 

Bis zum nächsten Mal!

Text: Ralf Kozica, IGNah

 

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