Wie alles begann

Dies hier ist der Anfang einer Geschichte, die sich in den nächsten Monaten und Jahren noch fortsetzen soll. Es ist meine Geschichte, die eines Quereinsteigers, der beschlossen hat, seinen gelernten Beruf an den Nagel zu hängen, um etwas gänzlich anderes zu machen.

Blogger Johannes Lauf vor dem Fahrschulwagen

Mein Name ist Johannes Lauf, ich bin 29 Jahre alt, Vater von zwei Kindern, verheiratet und komme aus Magdeburg. Nach meiner Schulzeit entschied ich mich aus gesundheitlichen Gründen gegen eine Lehre als KFZ-Mechatroniker und wurde stattdessen biologisch-technischer Assistent (im Volksmund auch schlicht „Laborant“). Die Ausbildung war umfangreich, dauerte zwei Jahre, und gleich in der Berufsschule bekam ich die Information: „Wenn Du lange in dem Job arbeiten willst, geh‘ am besten nach Bayern oder Baden-Württemberg. Hier in Norddeutschland ist es schwer, was zu finden.“

Derart motiviert entschloss ich mich, mich nach der Ausbildung freiwillig zum Grundwehrdienst bei der Bundeswehr zu melden. Wer weiß denn schon, wann man später eingezogen wird? Und Vorsicht ist immer besser, als das Nachsehen zu haben, dachte ich mir. Beim „Bund“ verbrachte ich dann einprägsame neun Monate mit vielen freundlichen Menschen in meinem Alter. Die strikte Hierarchie gefiel mir allerdings ebensowenig, wie das Ausführen von für mich unnötig scheinenden Aufgaben. Aus diesem Grund hielt es mich dort nicht unnötig lange und ich war nach einem kalten Winter und einem entspannten Frühling in meiner Stammeinheit wieder Zivilist. Endlich!

Es verschlug mich danach wieder in meine Heimatstadt Magdeburg und dauerte auch nicht lange, bis ich, mithilfe einiger Beziehungen, meinen ersten Arbeitsvertrag bei einer großen Gesundheitseinrichtung unterschrieb. Im Labor galt es, sich in die mir noch unbekannte Welt des Arbeitslebens einzufinden. Haushalt, Arbeit und Beziehung musste man nun lernen, in Einklang miteinander zu bringen. Der Job an der bench (engl. für „Laborbank“) forderte von mir immer mehr Konzentration als Erfüllung und so blieb ein um das andere Mal nur ein anstrengender Tag zurück.

Das war 2011. Nun, acht Jahre, unzählige befristete Verträge und einige Ideen später, bot sich die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren. Viele Abende grübelte ich darüber, was mir am meisten Spaß bereiten würde. Noch einen Job, der mehr Stress als Freude machte, wollte ich nicht.

Der Fahrschulwagen der MVB spiegelt sich in einer Pfütze

Als Kind fuhr ich immer mit der Straßenbahn zur Schule. Meine Eltern wohnten damals in Reform und ich besuchte die Schule am Westring, wodurch meine Route zuerst mit dem 57er Bus bis nach Sudenburg und von dort mit der Linie 1 zum Westring führte. Ich kann mich heute noch gut an die Mercedes-Busse erinnern, die sich am ehemaligen Oberleitungsbus-Depot an der Brenneckestraße vorbei, den Walmbergsweg hinauf schlängelten. Am meisten war ich aber immer von den Tatra-Straßenbahnen begeistert. Das Heulen der Lüfter, die klapprigen Falttüren, der Geruch nach Öl und Graphit und natürlich das charakteristische, laute „Klack“-Geräusch beim Beschleunigen. Viele Stunden drückte ich mir so an der Scheibe zur Fahrerkabine die Nase platt und war dann fast etwas traurig, als die neuen Bahnen kamen.

All diese Dinge fielen mir im Herbst 2018 wieder ein, und es war ein wirklich tolles Gefühl! Als Magdeburger mit Familie mochte ich natürlich hier bleiben, weshalb ich mich dazu entschloss, eine Bewerbung als Straßenbahnfahrer bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben einzusenden um vielleicht mal auf der anderen Seite der Scheibe der Fahrerkabine zu sitzen. Wer weiß, vielleicht steht ja auch mal ein kleiner Enthusiast an meiner Scheibe?

Wie es weiterging, möchte ich euch auf den kommenden Seiten berichten. Ich schreibe alles so, wie ich es selbst empfinde, was bedeutet, dass jemand anderes eventuell andere Erfahrungen gemacht haben kann. Ungeachtet dessen soll dieser Blog, diese Geschichte, ein Einblick in mein Arbeitsleben auf dem Weg an den Sollwertgeber sein und allen Interessierten Spaß am Lesen bieten.

Auf bald! Euer Johannes

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